Die Förderung und Begleitung von hörgeschädigten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen war immer schon ein vielfältiges Berufsfeld. Es vereinigt spezialisierte Fachkräfte aus sehr unterschiedlichen Berufssettings: Speziell ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die an Sonderschulen tätig sind, Sozialpädagoginnen und -pädagogen in Institutionen sowie Erwachsenenlehrerinnen, die Gruppenkurse für Selbsthilfeorganisationen, Einzelunterricht für Ertaubte oder Hörtraining für Cochlea-Implantierte durchführen. Dank technischen Errungenschaften und verbesserten Früherkennungsmöglichkeiten sowie dank der allgemeinen Integrationspolitik hat sich das Arbeitsfeld in der
Hörgeschädigtenpädagogik enorm verändert, und es wird sich auch in naher Zukunft wesentlich weiterentwickeln. Lange Zeit streng beachtete begriffliche Grenzziehungen und damit einhergehende methodische Sonderwege werden nach und nach überwunden.

Die Förderung hörgeschädigter Personen richtet sich nicht mehr nach dem Grad der Hörbeeinträchtigung, sondern nach deren besonderen Bedürfnissen.
Diese Entwicklungen stellen auch bisherige Berufsidentitäten in Frage, und Berufsvereinigungen müssen sich neu orientieren. Damit sind auch die beiden Vereinigungen, der fast 70jährige SLV und der 75jährige SVHP konfrontiert. Trotz unterschiedlicher Geschichte entdecken sie mehr und mehr Gemeinsamkeiten, aber auch gemeinsamen Handlungsbedarf. Mit der Zusammenlegung der Vereinszeitschriften begannen sie
ab 1993 zu kooperieren. Inzwischen wurden Fortbildungsver-
anstaltungen vermehrt gegenseitig besucht. Es gibt mehr Doppelmitgliedschaften. Auch wurden Doppelspurigkeiten in der
Verbandsarbeit immer offensichtlicher. Im Auftrag der beiden Generalversammlungen prüfte eine von beiden Vorständen eingesetzte Arbeitsgruppe von 1997 bis 1998, inwieweit sich ein Zusammenschluss für den SLV und SVHP lohnt.

Nachdem in der Arbeitsgruppe Grundlegendes diskutiert, Ängste
abgebaut und geschichtlich bedingte Vorbehalte überwunden waren, konnte sie den Vorständen und Mitgliedern zeigen, dass mit einem Zusammenschluss die Berufsidentität gefördert und die Berufsinteressen besser gewahrt werden können, und dass ein gemeinsamer Verband mehr Durchschlagskraft hat und eine klarere Positionierung ermöglicht.
An den Generalversammlungen von 1999 haben beide Verbände das vorgeschlagene Konzept eines Zusammenschlusses angenommen und die Arbeitsgruppe mit der Umsetzung beauftragt.

Nun ist es so weit; die Grundlagen betreffend Vernetzung und Organisation des künftigen Verbands sind geschaffen und am 17. März 2001 auf dem Landenhof wurde die Fusion der beiden Verbände beschlossen und der Berufsverband Hörgeschädigtenpädagogik Schweiz (BHP Schweiz) gegründet.

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