Berufsbild:
Arbeit mit Hörbeeinträchtigten Erwachsenen

AudioagogInnen unterstützen hörbeeinträchtigte Menschen im Alltags- und Berufsleben mit:


Verständigungstraining

Kommunikationskompetenzen fördern durch: Ablesetraining, Hörtraining, Hörtaktik, Hörstrategien, Sprachpflege, Training für Reaktion und Merkfähigkeit
Kommunikationstechniken und -strategien erarbeiten und vermitteln
Konzentrationsvermögen im Hör-Sprachbereich überwachen und fördern
Wissen um die Auswirkungen einer Hörbehinderung auf der kognitiven, emotionalen und sozialen Ebene aufbauen
Informieren über hilfreiche Strategien (wie Gedächtnistraining, Entspannungstechniken, etc.) und deren Anwendung
Nonverbale Verständigungshilfen (LBG, Fingeralphabet, Lormen, Mimik / Körpersprache) üben
Informieren über technische Hilfsmittel (Hörgeräte / FM-Anlage / Cl), Neuentwicklungen und deren Anwendung vermitteln
Eigenverantwortung und Selbständigkeit im Umgang mit der Technik fördern
   


CI-Hörtraining

Wahrnehmen und Erkennen von Umgebungsgeräuschen
Sprachverständnis auf Wort- und Satzebene
Verständnis von Texten
Sprachverständnis in komplexen Kommunikationssituationen
Telefontraining
Optimale Voraussetzungen für das Verstehen aufzeigen: Einsatz technischer Hilfsmittel, Hörtaktiken usw.
Auf Wunsch Vermittlung von Kontakten zu erfahrenen CI TrägerInnen


Unterstützung bei Tinnitus

Beratung nach med. Abklärungen
Aufzeichnen von Möglichkeiten mit Tinnitus umzugehen
Info-Kurse
Hinweise über Selbsthilfegruppen (selbst gemachte Erfahrungen)
Hinweise auf Tagungen


Integration im beruflichen / häuslichen Umfeld

Kooperative Zusammenarbeit mit dem/den Betroffenen pflegen
Beratung und Information in Firmen von Vorgesetzten, Arbeitskollegen und/oder Familienangehörigen
Optimale Voraussetzungen für den Hörbehinderten aufzeigen: Einsatz technischer Hilfsmittel (elektrische, elektronische und optische)


Soziale / Emotionale Integration

Auseinandersetzung mit der Hörbehinderung (Bewältigungsstrategien)
Kommunikationstaktiken erarbeiten
Empathieförderung
Sozial-emotionale Situation des Hörbehinderten besprechen unterstützen
Konfliktlösungen suchen, besprechen (Angehörige, Geschäftspartner etc.)
Tendenz zur Isolierung (Einsamkeit) im Auge behalten und thematisieren
Kontakte zu andern Hörgeschädigten vermitteln ( Vereine, Jugendgruppen, Spe-Kontaktgruppen, CI-Gruppen, etc.)



Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Kooperation mit Akustikern / Spitälern / HNO-Ärzten
Informationsbeschaffung, Erfahrungsaustausch
Zusammenarbeit mit anderen sozialen Institutionen


Unterricht

Lektionenplan
neue Trainingsmöglichkeiten, Arbeitstechniken und Lernstrategien entwickeln und erarbeiten
Individuelle Trainingsunterlagen erarbeiten
Fördern von Kommunikationsfähigkeit und Anwendung
Trainingsplanung in Absprache mit Betroffenen und Kolleginnen
Organisation des eigenen Arbeitsplatzes: Kursraum, Bereitstellen von zusätzlichen Unterrichtsmaterial


Gruppenkurse

Schnupperkurse, Einführungskurse, Trainingskurse, Intensivkurse, Tinnitusgruppen


Einzelunterricht

Spätertaubten – Rehabilitationstraining (nach massivem Hörverlust)
Cochlear-Implantat – Rehabilitationstraining
Verständigungstraining nach Verordnung


Vorträge, Informationen und Beratung zum Thema Hörbehinderung

Im Spital für das Personal
In Alterszentren für Pensionäre und / oder Personal
Spitex
Schulen
In Institutionen
Für Sozialarbeiter
In Firmen
Für Privatpersonen in Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten und/oder Audiologen


Weiterbildung
(regelmässig und ganzheitlicher Art)

berufsspezifische Fortbildungen
Qualitätskontrollen
Informationsaustausch mit Berufskolleginnen
Informationsaustausch mit anderen Fachpersonen für Hörbehinderte
   
Weiterbildungskriterien Audioagogik (Word-Datei 40 KB)


Arbeitsrechtliches

Zwischen pro audito und dem BHP gibt es eine arbeitsrechtliche Vereinbarung, in der insbesondere die Teuerung und versicherungstechnische Fragen geregelt werden. Zudem wird die Wichtigkeit eines Arbeitsvertrages betont. Es existiert ein Musterarbeitsvertrag.
Mit dem BSV hat der BHP eine Tarifvereinbarung, welche die Stundenansätze festlegt. Der BHP übernimmt das Controlling (z. B.: Kontrolle der geforderten Weiterbildungen).
Das AHV-Alter gilt auch für die Arbeit im Fachgebiet Audioagogik.

 

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